Immer wieder habe ich gesagt, daß ich mir keine Bilder ausdenken kann. Als ich jung war – mit Ende Zwanzig – war für mich das Abmalen eine reine Notwendigkeit – mir sind keine eigenen Bilder eingefallen. Zwar gab es tausende von Skizzen zu möglichen Bildern zu allen denkbaren Themen. Landschaften Architekturen, Portraits, Stilleben. Das reichte von Blumen über Telefonzellen bis hin zu thematischen Versuchen über das Dritte Reich. Diese Skizzen lagern bis heute bei mir in einem Regal – alle in nach Jahren beschrifteten Kartons, alle auf Din A 4 Papieren. Diese Skizzen erfüllten nie den Zweck, eine gute und gelungene Papierarbeit zu werden. Es sind und waren Kritzeleien  und Notizen in meiner Art von Stenographie – ich habe nur mit der Hand nachgedacht. Irgendwann begriff ich durch die Beschäftigung mit den alten Meistern, daß ich nicht Bilder erfinden wollte, sondern Farbe malen wollte. Diese Erkenntnis hatte doch auch etwas sehr erleichterndes. Endlich war mir die Qual um ein Sujet genommen und ich konnte ein Abbild der Natur  weglassen. Ich brauchte mich nur noch um die Farbe zu kümmern. So entstehen meine Bilder als „Bilder über Farbe“.  Bis heute ist es  allerdings für mich völlig rätselhaft, wie und wann nur aus der Farbe heraus mein Bild – mein Gemälde – entstehen kann. Aber immer wieder begegne ich diesem Wunder.