Immer wieder wurde ich gefragt, warum ich diese kleinen Bilder zur Kunstgeschichte auf Transparentpapier mache. Es mag insgesamt etwa 1000 davon gegeben haben – die Hälfte davon ist ca. 1990 bei einem Sammler in einer Hochwassernacht zu Grunde gegangen. Die andere Hälfte wurde von mir noch einmal gemalt seit Anfang der 2000 er Jahre. Immer drängender wurde der Gedanke daran, daß ich ohne diese – nun wiederholten – Erfahrungen aus der Kunstgeschichte nicht weiter kommen würde mit meinen eigenen Bildern. Als ich schließlich wieder damit begonnen habe, waren es immer kleine Schritte. Zunächst waren es 25 El Greco – dann 25 Fra Angelico, 25 Monet usw. Etwa ein bis zwei Jahre dauert es, bis ich 25 dieser Bilder zusammen habe. Immer auf DIN A4 Transparentpapier – immer wieder 25 Werke eines Künstlers. Ich wollte diese Bilder nie hergeben – ich brauche sie in meinem Atelier in meiner Nähe. Sie sind für mich persönliche Notizen – so etwas wie eine Sammlung von Zitaten zu einer wissenschaftlichen Arbeit vielleicht. Ein Zettelkasten. Sehr selten gebe ich eines dieser kleinen Werke ab – oft nur als ein Geschenk. Wenn eines dieser Bilder fehlt, male ich es für mich noch einmal, um die Information nicht zu verlieren. Die kleinen Werke nach der Kunstgeschichte sind mein Wegweiser, um meinen Weg in die Farbe zu finden. Sie folgen meiner Vorstellung von Kunstgeschichte – denn wenn ich zwei oder drei dieser Transparenzbilder übereinanderlege, erfahre ich sehr deutlich, wie sich die Bilder durch die Schichten der Zeit hinweg berühren und überlagern. Dieses Durchscheinen und Aufscheinen der Malerei und dieser Maler sind meine Vor-Bilder.